Bienvenidos a Zaragoza

Saragossa2022In dem Zeitraum vom 19. bis zum 29. April hatten wir, Tom H., Stella S., Xenia W., Bojan K., Alexandra K., die Chance über Erasmus+ eine Schule in Spanien, Zaragoza zu besuchen und neue Erfahrungen zu sammeln. Begleitet wurden wir in den ersten Tagen dieser aufregenden Reise von Frau Dr. Fielenbach, was uns die Eingewöhnung vor Ort und die weitere Zurechtfindung sehr erleichtert hat! Bei unserer Ankunft wurden wir herzlich von unseren Gastfamilien empfangen und wussten nun, dass das Abenteuer begonnen hat!   

Am ersten Tag sind uns bereits während der Schulführung sämtliche Unterschiede aufgefallen, unter anderem das Schüler-Lehrer-Verhältnis, die Mentalität der Spanier, der Ablauf der Unterrichtsstunden, sowie die räumliche Gestaltung der Schule. Wenn es um die Einstellung der Menschen geht, ist uns sofort ins Auge gesprungen, dass diese viel offener, entspannter und emotionaler sind.

DE V Kofinanziert EU blau vDiese Reise diente nicht nur als Vergnügungs-, sondern vor allem als Bildungsreise, bei der jeder an einem individuellen Projekt gearbeitet hat, welches wir uns mit Frau Dr. Fielenbach schon im Voraus überlegt hatten. Jeder von uns konnte seinen eigenen Schwerpunkt legen, der den persönlichen Interessen entsprach. Dadurch, dass sich jeder hauptsächlich auf ein bestimmtes Themengebiet fokussiert hat, konnten wir uns viel intensiver und tiefgründiger mit diesem beschäftigen und diesem unsere Aufmerksamkeit widmen. So konnten wir zum Teil interessante Details erfahren, die man normalerweise als außenstehende Person nicht hätte entdecken könnte. Während wir vormittags den Unterricht besuchen konnten und parallel dazu Zeit hatten Informationen zu unserem Projekt zu sammeln, haben wir nachmittags mit unseren Gastschülern Zeit verbracht und unterschiedliche Aktivitäten durchgeführt, wie z.B. ein Besuch der Kathedrale El-Pilar und des Aljaferia-Palasts. Unsere Gastschüler haben uns einen großartigen Einblick in das historische Stadtzentrum geben und uns die verschiedenen Sehenswürdigkeiten näherbringen können. Am Anfang unseres Aufenthaltes mussten wir uns zunächst an die Stadt und allgemein die Umgebung gewöhnen, da Zaragoza viel größer als Koblenz ist, rund 800.000 Einwohner zählt und im Vergleich zu Koblenz gar schon eine Metropole ist! Jedoch konnten wir uns rasch an die ungewohnten Umstände dank der Unterstützung unserer Gastschüler anpassen! Allgemein war die Interaktion auf Augenhöhe mit unseren Austauschschülern sehr bereichernd, da wir ähnliche Interessen hatten und vor allem am Wochenende, gemeinsam im Familienkreis, diesen nachgehen konnten!

CertilingualogoDes Weiteren konnten wir im Laufe unseres Aufenthaltes vielerlei spanische Spezialtäten probieren, unter anderem Paella (Reisgericht mit Meeresfrüchten), Empanadas (Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen), Calamari (Tintenfischringe), etc… Dies sind traditionelle Gerichte, die die Einzigartigkeit der spanischen Küche vor Augen führen und sie ganz klar zum Beispiel von der deutschen Küche abgrenzen. Somit war diese Erfahrung nicht nur ein schulischer, beziehungsweise informationeller, sondern vor allem ein kultureller Austausch, durch den wir interessante Eindrücke von und Einblicke in den spanischen Alltag aber auch die spanischen Traditionen gewinnen konnten!

Und nun zu unseren einzelnen Projekten und unseren persönlichen Eindrücken:

  1. Toms Projekt

In meinem Erasmus-Projekt habe ich mich mit den Bildungsmöglichkeiten der Schule und dem Schüler-Lehrer-Verhältnis beschäftigt und dieses mit dem deutschen System verglichen. Beim Untersuchen des Lehrer-Schüler Verhältnisses war vor allem herausgestochen, dass Lehrer und Schüler sich eher auf Augenhöhe begegnen und das Verhältnis zwischen den enger und persönlicher ist als bei uns. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, aber beim Großteil tarf es zu.

Die Schule, die wir besucht haben, gehört zu einer großen Organisation „San Valero“, die nicht nur den normalen Unterricht von Mittelstufe und Oberstufe umfasst, sondern auch eine Berufsschule, in der man eine Ausbildung im Bereich Technik und Mechanik absolvieren kann.

Zusammengefasst haben mich die Bildungsmöglichkeiten und das Schüler-Lehrerverhältnis überzeugt. So einen Austausch jeden nur empfehlen, weil man viele neue interessante Dinge entdeckt, viele nette neue Leute kennenlernt und außerdem merkt, dass man auch kommunizieren kann, wenn man nicht die gleiche Muttersprache spricht.

  1. Stellas Projekt:

In meinem Erasmus-Projekt habe ich mich mit der Digitalisierung der spanischen Schule beschäftigt. Die Lehrer arbeiten im Unterricht hauptsächlich mit Computern, auch die Schüler haben die Möglichkeit mit von der Schule gestellten Laptops zu arbeiten. Die Schüler und Lehrer nutzen Google-Classroom, sowie Zoom. Diese zwei Webseiten wurden während der Coronazeit genutzt und sind auch weiterhin in Gebrauch. Am Gymnasium auf der Karthause benutzen wir stattdessen Moodle und BigBlueButton und iPads mit apple-TVs. Im Allgemeinen sind beide Schulen sehr gut im digitalen Bereich ausgestattet, nutzen aber verschiedene Lernplattformen und unterschiedliche digitale Endgeräte.

  1. Xenias Projekt:

Da momentan sowohl der richtige Umgang mit der Natur als auch ihr Schutz in Deutschland vor allem bei der jungen Generation zunehmend an Bedeutung gewinnen, habe ich mir als Thema für meine schriftliche Ausarbeitung des CertiLingua Projekts die Rolle der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes im Alltag spanischer Schüler ausgesucht.

Ich fand es hauptsächlich interessant herauszufinden, inwieweit die Schüler über das Thema aufgeklärt sind, welche Haltung sie ihm gegenüber haben, bzw. wie wichtig es für sie ist und ob es sie emotional berührt. Während meines Aufenthaltes konnte ich nicht nur zahlreiche Befragungen von Schülern durchführen und auf diese Weise mit ihnen persönlich ins Gespräch kommen, sondern auch Fragebögen austeilen und Umfragen durchführen, um ein Gesamtbild von der „durchschnittlichen“ Meinung zu bekommen. Abgesehen von Schülern, konnte ich auch zwei Lehrer interviewen, um ihren Blickwinkel mit dem der Schüler zu vergleichen und gegebenenfalls Parallelen, bzw. Unterschiede zwischen den Sichtweisen der Generationen ausfindig zu machen. Ich habe festgestellt, dass zwar seitens der Schule sehr viel im Bereich der Aufklärung getan wird. So beschäftigen sich die Fächer Biologie und „Environmental Earth Science“ mit dem Thema Plastik, Meeresverschmutzung und Recycling und führen Projekte und Versuche dazu durch. Auch findet die Mülltrennung in der Schule Beachtung. Leider scheinen die Schüler im privaten Bereich wenig Wert auf Nachhaltigkeit zu legen.

Insgesamt bin ich zu dem Schluss gekommen, dass trotz der schulischen Aufklärung, dem Thema Nachhaltigkeit im gesellschaftlichen Bereich nicht genügend Bedeutung beigemessen wird und die Schüler sich nicht wirklich nachhaltiger Handlungen bewusst zu sein scheinen.

  1. Bojans Projekt:

Mein CertiLingua-Projekt beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Thema Homeschooling in Saragossa. Dabei beachte ich jedoch nicht nur die Situation während des Lockdowns, sondern ebenfalls die Konsequenzen der Pandemie auf das schulische Leben sowie die Auswirkungen auf die Psyche der spanischen Schüler nach dem nationalen Shutdown. Abschließend werde ich die Homeschooling-Phase und deren Konsequenzen sowohl in Deutschland als auch in Spanien miteinander vergleichen und Bilanzen ziehen.

Insgesamt bin ich unglaublich dankbar, diesen Schritt gemacht zu haben.  Diese Reise erweiterte nämlich nicht nur interkulturelle Kenntnisse, sondern brachte zudem Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammen und formte neue Freundschaften. Deshalb kann ich persönlich nur die Teilnahme an einem solchen Projekt weiterempfehlen! Liebe Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums auf der Karthause, macht mit und begebt auch ihr euch auf eine spannende, informative sowie unvergessliche Reise!

  1. Alexandras Projekt:

In meinem CertiLingua-Projekt möchte ich die Rolle der spanischen Frauen und deren Gleichstellung im Beruf näher beleuchten. Dazu befragte ich Frauen inner- und außerhalb der spanischen Schule über ihren Karriereweg, ihre familiären Situationen und deren Auswirkungen auf ihr Berufsleben. Vor 10-15 Jahren stellte sich als erheblicher negativer Faktor eine Schwangerschaft mit anschließender Kinderbetreuung durch die Frau heraus. Die Frauen erhielten kaum staatliche Unterstützung und waren auf das Einkommen des Mannes als Alleinverdiener angewiesen. Nach einem bis zu zweijährigen, unbezahlten Mutterschutzurlaub gab es keine Sicherheiten bezüglich der Rückkehr zu dem Arbeitsplatz. Eine Schwangerschaft kam einem Karriereknick gleich oder stellte schlimmstenfalls das Karriereende der Frau dar. Die einzige Chance war eine Kinderbetreuung durch die Großeltern. Obwohl die traditionelle Rolle der Frau in Spanien vorherrschend ist, hat mittlerweile hat sich die Situation der spanischen Frau verbessert. Von staatlicher Seite wird ein 16-wöchiger, bezahlter Mutterschutzurlaub gewährleistet, mit der Möglichkeit an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Auch eine Elternzeit für Väter mit vollem Lohnausgleich wurde im letzten Jahr etabliert. Außerdem soll durch die spanische Regierung das Gesetz der sexuellen Selbstbestimmung der Frau auf den Weg gebracht werden, welches Frauen vor sexuellen Übergriffen schützen soll.  

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gleichstellung der Frau im Berufsleben verbessert hat, jedoch, wie auch in anderen Ländern, ausbaufähig bleibt. Die spanischen Frauen kämpfen weiterhin zuversichtlich für ihre Gleichberechtigung.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.