Heiße Erasmus-STEAM-Woche in Koblenz

Steam2019klein1Der STEAM-Austausch ging in die zweite Runde: Nachdem im letzten Jahr unsere deutschen Zehntklässler/innen und zehn Schüler/innen aus Sheffield/England eine interessante und ereignisreiche Woche Zaragoza/Spanien verbracht hatten, fand nun der Abschluss des zweiten Projektjahres in mit den Schwerpunkten Chemie, Biologie, Technik und Mathematik in Koblenz statt.
Am Mittwochmorgen begrüßte das deutsche Erasmus-STEAM-Team (i.V. Zerwes, Caesar, Fielenbach, Segel-Samtleben) mit „Welcome to Germany – Bienvenidos a Alemania“ die aus England und Spanien angereisten Gruppen und teilte Merchandise in Form von T-Shirts, Mappen und Taschen aus. Nach einem Schulrundgang begannen die Chemie-Workshops: Hier wurden farbenfrohe Seifen in einem chemischen Verfahren selbst hergestellt. Als besonderer „Eye-Catcher“ stellten sich die Seifen mit dem STEAM-Logo heraus. Die Formen dazu wurden von unseren englischen Gastschülern kreiert und in Handarbeit angefertigt. In weiteren Workshops stellten die Schüler wohlriechende Badekugeln her, führten Säure-Base-Experimente durch und erhielten theoretische und experimentelle Einblicke in die Kunststoffchemie. Unsere deutschen Schüler brillierten in ihrer Rolle als Botschafter, indem sie die Workshops anleiteten und/ oder mit erklärenden Power-Point-Präsentationen begleiteten. Nachmittags wurde die Erasmus+-Gruppe im Rathaus durch das Kulturdezernat der Stadt begrüßt und erfuhr einige interessante Fakten über Koblenz. In einer City-Rallye erkundeten die Schüler die Stadt.


Am Donnerstag ging es mit dem Bus ins Deutsche Luft-und Raumfahrtszentrum nach Köln Porz-Wahn. Im DLR School Lab durften die Schüler nach einer Einführung in die Raumfahrtgeschichte in zahlreichen Workshops, wie beispielsweise Gravitationsbiologie, Schwerelosigkeit, Infrarot oder Muskelphysiologie selbst experimentieren. Bei Rundgängen über das Gelände begeisterten besonders das Trainingszentrum der Astronauten und das Kontrollzentrum mit Live-Bildern aus dem All. Als kulturelles Schmankerl besichtigten die Schüler im Anschluss den Kölner Dom und die Kölner Innenstadt.
Um herauszufinden, warum Klebstoffe kleben, schlüpften die spanischen und englischen STEAMler in Forscherrollen und besuchten das Chemie-Schülerlabor der Universität Koblenz. In waschechten Praktikumslaboren testeten sie die Klebeeigenschaften verschiedener natürlicher und synthetischer Stoffe an unterschiedlichen Materialien und synthetisierten Klebstoffe chemisch. Das am Mittwoch gewonnene Wissen über Kunststoffe stellte sich dabei als recht hilfreich heraus. Nach einer Stärkung in der Mensa gewannen die Schüler in einer Führung durch die Universität spannende Einblicke in die Organisation des Campus, die unterschiedlichen Studienangebote und das Studentenleben. Im Anschluss daran erhielten alle STEAM-Botschafter vom Erasmus-Büro der Hochschule Koblenz eine Einführung in das ESN-Konzept. Nach so viel theoretischem Input wurde es praktisch: Die Schüler bauten im Elektroniklabor der HS Koblenz unter der Leitung von Prof. Dr. Stolz ein Lauflicht und mussten dabei aufpassen, sehr genau zu löten. Besonders beeindruckend waren die Hochspannungsvorführungen, bei denen es dem ein oder anderen angesichts der beeindruckenden Effekte doch etwas mulmig wurde. Bei einer weiteren Führung lernten die Schüler auch den zweiten großen Koblenzer Campus kennen.
Das Wochenende verbrachten die Austauschschüler in ihren Gastfamilien. Kartfahren auf dem Nürburgring, ein Ausflug nach Luxemburg oder in die Niederlande sowie Kanufahren auf der Lahn standen auf dem Programm.
Am Montagmorgen öffnete Sebapharma in Boppard/ Bad Salzig ihre Tore für Erasmus. In einem interessanten Vortrag lernten die Schüler die Firma, deren Entwicklung, die Produkte und deren Vermarktungsstrategien im In- und Ausland kennen. Nachdem den Schülern im Anschluss der Aufbau und die Funktion der Haut vermittelt wurden, ging es in die Praxis. Über pH-Wert-Messungen verschiedener Stoffe, Seifen, der Haut und Sebapharmaprodukten ging es zum Bau und Funktionstest eines Hautmodells. Zum Schluss erfuhren die Schüler noch Interessantes über die Hautreinigung und -alterung. Bei Letzterem hörten vor allem die begleitenden weiblichen Lehrkräfte sehr aufmerksam zu. Zurück in Koblenz hieß es „Leinen los“: Der Rheindampfer „Poseidon“ brachte die Botschafter nach Braubach, wo bei hochsommerlichen Temperaturen ein schweißtreibender kurzer Anstieg zur Marksburg, der einzig nie zerstörten Höhenburg des Mittelrheintals wartete. In einer kurzweiligen Führung erkundete die Gruppe alle Teile der schönen Burg und genoss den tollen Ausblick über das Rheintal. Auf dem Schiff wurden dann die Tagebücher ausgefüllt, damit auch dieser spannende Tag lückenlos dokumentiert wurde. Zurück in Koblenz wurden noch Fotos und Videosequenzen am Deutschen Eck aufgenommen, bevor es als Belohnung für so viel Anstrengung ein gemeinsames Abendessen in einem typisch deutschen Restaurant gab.
Am letzten Projekttag wurden die STEAMler in zwei Gruppen geteilt: Die Älteren beschäftigten sich in von Hausdorff-Gruppe der Uni Bonn geleiteten Mathematikworkshops mit dem optimalen Packen von Rechtecken, während sich die Jüngeren bei einem Einstieg in die Knotentheorie die Köpfe zerbrachen. Während es bei ersterem Projekt eher um beweislastige Analysis und Optimieren ging, war beim zweiten Projekt vor allem das räumliche Denken gefragt. Anschließend tauchten die Schüler in die Welt der Kryptographie ein: Neben dem Freimaurercode, der Skytale und der Caesar-Scheibe wurden sie auch mit besseren Verfahren wie Vignère und aktuellen Anwendungen vertraut gemacht. Im Lego Mindstorms Robotics Workshop bei Herrn Gerz und Herrn Kristen gewannen die Schülerinnen und Schülern in einem Impulsvortrag „think big and start small“ Einblicke in die Programmierungsanwendungen (Staubsauger- und Rasenmäherroboter) und setzten verschiedene Programmierungsgrundideen mit Legomindstorms-Robotern um. Dazu gehörte z. B. das Erkennen von Hindernissen mit einem Ultraschallsensor (ultrasonic) und das anschließende Anpassen der Route durch das Drehen des Roboters. Nach einem spannenden Kahoot-Quiz, in welchem die ganze Woche reflektiert wurde, bekamen die Schüler beim Speed-Dating Gelegenheit, sich über MINT-Berufe auszutauschen. Im Laufe des Jahres hatten sie auf Messen und bei persönlichen Interviews zahlreiche Jobmöglichkeiten kennengelernt und konnten diese Informationen nun an die Austauschpartner weitergeben. Diese wiederum berichteten vom Job-Markt in Spanien und England. Mit Unterstützung der Eltern konnte ein tolles deutsches Büffet mit Frikadellen, Nudelsalaten, Käsekuchen und vielem mehr organisiert werden, so dass die Abschiedsfeier im botanischen Garten zu einem kulinarischen Höhepunkt wurde. Dabei wurden die Zertifikate, die Preise der Gewinnspiele und die Badekugeln in Anwesenheit von Herrn Müller an die Schüler überreicht.
Am Mittwoch verrieten rührende Abschiedsszenen, wie nahe sich die Schüler in der kurzen Zeit gekommen waren. Schon jetzt freuen sich zehn deutsche Schüler/innen auf die im nächsten Juni in Sheffield stattfindende dritte Auslandsbegegnung.

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