Job Shadowing an der IES La Patacona in Alboraia bei Valencia

Am Freitag, den 9. Januar entfloh ich dem großen Schnee- und Eis-Chaos in Deutschland nach Spanien zu einem Job-Shadowing. Am Sonntag folgten mir dann drei Schülerinnen (zwei Zwölftklässlerinnen und eine Zehntklässlerin), die an der Schule La Patacona einen von Erasmus+ finanzierten zweiwöchigen Individualaustausch machen. Der Gegenbesuch findet im März statt. Nele und Katharina führen dort zusätzlich auch einen Teil ihres interkulturellen Projektes für CertiLingua durch, bei dem ich sie betreue.

Ich durfte von Montag bis Mittwoch ein Erasmus+ Job Shadowing machen und als Koordinatorin von CertiLingua die Schülerinnen bei ihren ersten Interviews unterstützen. Marien Gomez-Gonzalez, die Erasmus+ Koordinatorin vor Ort, hatte bereits spanische Schülerinnen und Schüler gefunden, die bereit für ein Interview waren und einen Zeitplan für die Interviews zusammengestellt. Vielen Dank, liebe Marien für die tolle Organisation.

Ich konnte während meines Job-Shadowings verschiedene spanische Kolleginnen und Kollegen in ihrem Unterricht begleiten. So durfte ich Matheunterricht in der Oberstufe auf Spanisch erleben, verschiedene Englischklassen begleiten sowie auch eine Strunde Französischunterricht besuchen. Dies war eine spannende und aufschlussreiche Erfahrung, bei der ich viele neue Ideen für meinen eigenen Unterricht sammeln konnte.

Was die Digitalisierung des Unterrichts angeht, so lässt sich sagen, dass wir Spanien tatsächlich voraus sind. Allerdings merken wir ja nun nach einigen Jahren mit IPads im Unterricht, dass diese nicht nur ein Segen, sondern oftmals auch ein Fluch sind. Vielleicht haben althergebrachte Bücher, Hefte und Stifte ja doch ihre Berechtigung im modernen Unterricht? In Spanien funktioniert es jedenfalls noch sehr gut.

Neben den Hospitationen hatte ich ausreichend Zeit, intensive Gespräche über schulische und nicht-schulische Themen mit den sehr aufgeschlossenen und freundlichen spanischen KollegInnen zu führen. Außerdem hatte ich noch die Gelegenheit, die SchülerInnen bei einem Informationstag an der Polytechnischen Universität in Valencia zu begleiten.

Überrascht war ich über die Tatsache, dass die spanischen SchülerInnen Ihre Lehrkräfte mit Vornamen ansprechen. Auch die Lautstärke im Klassenraum sowie die Musikbeschallung der Schule während der Pausen waren gewöhnungsbedürftig.

Es blieb ausreichend Zeit, die Sehenswürdigkeiten Valencias zu erkunden und lokale Gerichte zu probieren. Die Sauberkeit der Stadt und der gut ausgebaute öffentliche Nahverkehr, der zudem sehr günstig ist, haben mich beeindruckt. Außerdem ist Valencia eine sehr fahrradfahrerfreundliche Stadt. Davon können wir uns in Koblenz noch eine Scheibe abschneiden.

Die Schülerinnen fühlen sich in ihren Gastfamilien sehr wohl. Das Job-Shadowing war eine rundum positive und wertvolle Erfahrung.